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Kirchliche Stellungnahmen

Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn
(Römerbrief 14,8)
 

Das Leben ist kostbar, auch die letzte Zeit des Lebens.

Wenn durch eine Krankheit der Tod konkret vor Augen steht, kann es hilfreich sein, miteinander zu reden: Was sind die Ängste, was wollen wir noch klären…? Manchmal kommt der Tod überraschend. Auch da brauchen wir Zeit. Vielleicht ist es hilfreich für Sie, sich Zeit zu geben zur Verabschiedung – die Überführung des Verstorbenen muss nicht sofort erfolgen.

Wenn der Termin für die Bestattung vereinbart ist, tut es gut, sich zu einem Gespräch über das Leben und Sterben des Verstorbenen mit dem Seelsorger zu treffen. Achten Sie darauf, was Ihnen gut tut in dieser Situation. Meine Erfahrung ist, dass es hilft, wenn Trauer einen Ort findet, es also gut ist z.B. ein Grab oder Urnengrab zu haben. Und meine Erfahrung ist, dass Menschen leiden, wenn sie nicht Abschied nehmen konnten, auch wenn sie aus dem weiteren Umfeld sind. Rituale und Gottesdienste begleiten in dieser schwierigen Zeit.

Trauern dürfen wir – ja müssen wir. Aber als Christen trauern wir nicht wie die, die keine Hoffnung haben (vgl.Erster Thessalonicherbrief 4, 13) – wir hoffen auf das Leben der Auferstehung. Unser Seelsorgeteam möchte Sie im Trauern und Hoffen begleiten.

Ulrich Hund, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Markdorf

Gehalten und getragen - im Leben und Sterben

Obwohl das Sterben sich täglich neu unter uns ereignet, wird es doch in unserer Gesellschaft stark verdrängt. Wir leben in einem seltsamen Zwiespalt: Einerseits klammern wir die Möglichkeit, dass wir jederzeit sterben können, möglichst aus - andererseits werden wir täglich damit konfrontiert: in den Zeitungen, in Rundfunk und Fernsehen, im Internet, in Büchern und Zeitschriften.

Je mehr wir aber akzeptieren, dass das Sterben zum Leben dazugehört, desto mehr haben wir auch vom Leben - vielleicht weil wir es dann mehr schätzen.

Oft kommt angesichts eines Todes die Frage auf: Wie konnte Gott das zulassen? Diese Frage zeigt: Wir sehen Gott an als den Herrn über Tod und Leben, und wir erwarten von ihm, dass er das Sterben mit allen Mitteln bekämpft. Das ist verständlich - aber ist es auch gerechtfertigt?

Im Angesicht eines Todes sehen wir vor allem, was uns verloren gegangen ist. Der Glaube und die Worte der Bibel hingegen, die unserem Glauben Inhalt geben, sie können uns helfen zu sehen: Der Tod ist viel mehr als nur ein Ende, als Zerstörung, als Grausamkeit. Gott will, dass wir leben (vgl. Joh 14,19), aber er lässt ganz offensichtlich auch den Tod und das Sterben zu - warum, darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Die Bibel und das Leben Jesu können uns aber die Gewissheit geben: Egal wie es uns geht, ob wir glücklich sind oder traurig, gesund oder krank, leben oder sterben - nie lässt Gott uns allein (vgl. Röm 14,8b).

Darauf kommt es an - und darauf, dass wir lernen, dies zu glauben und darauf zu vertrauen. Diesen Glauben und diese Hoffnung zu vermitteln ist wesentlicher Teil der christlichen Seelsorge: Mitten in der Trauer sind wir gehalten von dem, der uns zusagt: "Seid gewiss, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt, 18, 20b). Je mehr wir darauf vertrauen können, desto eher können wir ertragen, dass Leben und Tod oft nur um Haaresbreite beieinander liegen, ja dass sie eigentlich zusammen gehören.

Mögen alle, die in Trauer sind, sich auf dieses Zusage Gottes einlassen können: Ob wir leben oder sterben - wir gehören zu Gott (Rö, 14, 8b).

Pfarrer Andreas Quincke

 

 

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